Wird das eBook das Buch ablösen?
Wird das eBook das Buch ablösen?
Weihnachten ist vorbei und bei dem ein oder anderen lag bestimmt auch ein neues Tablet oder ein eBook Reader unter dem Baum. Laut aktueller Statistiken waren diese zumindest kein Ladenhüter. Das man auf den Tablets eBooks lesen kann ist bekannt, eBook Reader sind hauptsächlich dafür bestimmt, auch wenn man mit ihnen mittlerweile im Internet surfen kann. Die speziellen Displays, elektronisches Papier genannt, eignen sich aber nur schlecht für multimediale Inhalte. Animationen oder Videokonferenzen sollte man ihnen nicht zumuten, da sie erstens nur Grautöne darstellen können und zweitens extrem lange Bildaufbauzeiten besitzen. Nun stellt sich die Frage, wird das eBook das Buch ablösen? Droht dem Buch das gleiche Schicksal wie der CD oder der Vinyl Platte?
Das gute alte Buch könnte durchaus diese Entwicklung durchmachen, versucht man eine realistische Einschätzung des Printmedienmarktes der näheren Zukunft vorzunehmen. Druckwerke anzufassen und deren Geruch wahrzunehmen gehört allerdings immer noch für viele Menschen einfach zum Lesen dazu. Man schaut sich auch immer mal wieder gerne seine vollbrachte Leseleistung im entsprechenden Bücherregal an oder erinnert sich an bestimmte Situationen, die man mit dem jeweiligen Werk er- oder durchlebt hat. Ein vollgestelltes Bücherbord macht außerdem ziemlichen Eindruck auf den Besuch. Genauso übrigens wie eine CD-Sammlung, die es heutzutage kaum noch gibt. Und wenn, dann nur aus alten Beständen, mp3 und Co haben den guten alten Silberling längst abgelöst, der wiederum die Platte verdrängte. Nur Liebhaber gönnen sich noch die ein oder andere CD. Und so könnte es auch den Büchern bald ergehen.
Die Lesequalität vor allem auf den eBook Readern ist wegen der speziellen Anzeigetechnik sehr gut und steht dem original Buch in nichts nach. Bei den Tablets gibt es die bekannten Probleme mit Lichtspiegelungen und langes Lesen ist nicht besonders augenfreundlich. In den USA wurden im letzten Quartal mehr eBooks als Hardcovers verkauft, was einen deutlichen Trend Richtung virtuelles Lesen zeigen könnte. Wenn es alleine auf den Preis ankommt, sind neue eBooks zudem deutlich günstiger als die Hardcover Ausgaben. In Deutschland ist man noch nicht so stark auf eBooks umgestiegen, aber auch hier ist eine solche Strömung zu erkennen. Besonders Fachliteratur mit Grafiken und diversen Tabellen lassen sich auf den aktuellen Tablets leichter erfassen, als in einem Zehn-Kilo-Wälzer.
Wird das Buch in Zukunft zu einem Luxus- und Liebhabergut oder als Museumsstück vollständig aus dem alltäglichen Leben verschwinden? Oder bleibt das Buch in seiner jetzigen Form erhalten – ist es als kulturelle Leistung gar so tief seit Jahrhunderten in unserer Geschichte verwurzelt, dass es die technischen Neuerungen unbeschadet übersteht und allen fortschrittlichen Prognosen trotzt. Am wahrscheinlichsten wird die Entwicklung wie so oft irgendwo zwischen diesen beiden Extremen verlaufen. In bestimmten Bereichen wird das eBook dem herkömmlichen Buch sicherlich seinen Platz streitig machen und in anderen Bereichen wird das Buch aus Papier, zumindest wohl noch für eine längere Zeitspanne ein unverzichtbarer Bestandteil im Leben vieler Menschen bleiben.
Noch ein bemerkenswerter Fakt zum Schluss: Der Papierverbrauch in deutschen Büros hat mit Einführung von elektronischer Datenverarbeitung nicht etwa abgenommen, sondern ist stetig gewachsen. Seit 1950 hat sich der deutsche Papierverbrauch versiebenfacht!
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